50 Jahre Patenschaft

Zimmerstutzen-Schützengesellschaft 1875 Burgebrach e. V. - Schützengesellschaft Hamonia 1901 e. V. Bamberg

Seit 50 Jahren besteht nun schon die Patenschaft zwischen der Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Burgebrach und der Schützengesellschaft Hamonia Bamberg. Ein Grund zum Feiern, Rückschau zu halten und ein Preisschießen zu veranstalten. Das Jubiläum wurde im Schützenhaus Burgebrach gefeiert.

Pfarrer Bernhard Friedmann stellte den feierlichen Wortgottesdienst unter den Leitgedanken „An Gottes Segen ist alles gelegen.“ In den Gebeten bat er Gott, seine Hand schützend über die beiden Vereine und ihre Mitglieder zu halten. Mit dem Vers aus Psalm 91 „Wer im Schutz des Höchsten wohnt, der ruht im Schatten des Allmächtigen.“ segnete er die beiden Fahnen, die neuen Fahnenbänder, das renovierte Schützenhaus mit den neuen Schießständen, die Kreuze für die Vereinshäuser und die anwesenden Mitglieder beider Vereine.

Die zweite Vorsitzende des Schützenvereins Burgebrach, Anita Seitz, begrüßte nach dem Gottesdienst 1. Bürgermeister Johannes Maciejonczyk, Ehrenvorstand Peter Bayer, die Ehrenmitglieder Gerda und Jürgen Kehn sowie Gerhard Seelbach. Herzlich willkommen hieß sie ganz besonders die zahlreich erschienenen Mitglieder des Patenvereins mit ihrem Vorstand Robert Schrüffer. Anita Seitz betonte, dass die beiden Vereine in den vergangenen Jahrzehnten nie gegeneinander, sondern immer miteinander gearbeitet haben.

Der 1. Bürgermeister der Marktgemeinde Burgebrach beglückwünschte in seinem Grußwort die Vereine zu diesem seltenen Jubiläum, das auch eine gemeinsame Partnerschaft sei, die sich fruchtbar und harmonisch entwickelt hat. Wie Johannes Maciejonczyk ausführte, lebe die Gemeinschaft von den Erinnerungen. Die Gründungsväter hätten ein gutes Werk getan. Es läge nun in der Verantwortung der jetzigen Mitglieder, dieses weiterzuführen. Wenn alle weiterhin ehrenamtlich zusammenhalten, dann könne viel Leben in die Vereine gebracht werden.

Die neue Kreiskönigin Nicole Schiller vom Schützenverein Burgebrach berichtete aus der Chronik des Patenjubiläums:

„Durch Kriegseinwirkungen ruhte der Schützenverein Burgebrach von 1939 bis 1965. Schon bald nach dem Wiederaufleben der Schützengesellschaft am 15. Mai 1965 wurde von den Mitgliedern das Fehlen einer Fahne bemängelt, wenn sie bei Festumzügen mitmarschierten. So wurde dann beschlossen, eine Fahne anzuschaffen. Die Fahnenweihe sollte auch den Rahmen zur Ehrung von 1. Schützenmeister Georg Kiefer abgeben, der für seine besonderen Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied und Ehrenschützenmeister ernannt werden sollte. Die Fahne wurde aus Spenden von Geschäftsleuten und aus freiwilligen Gaben von Vereinsmitgliedern finanziert. Der 1. Schützenmeister Georg Kiefer fertige zu diesem Zweck eine solide Fahnenkasse aus Eisenblech, die insgesamt 1.842,51 DM einbrachte. Verlosungen halfen zudem zur Finanzierung der Fahne, die von der Firma Albert Buri aus Würzburg angefertigt wurde und 3.204,51 DM kostete.

Zu einer Fahnenweihe gehört aber auch ein Patenverein. Die Idee stammte von Werner Hilf, damals Vorstand des Schützenvereins Burgebrach, Gerhard Schwarz und Dieter Brust. Das erste Gespräch auf Vereinsebene wurde in Burgebrach im Gasthof Stern geführt. In der Anfangszeit war noch die Schützengesellschaft Höchstadt beteiligt.

Zur Fahnenweihe am 21. Juli 1968 übernahm die Schützengesellschaft Hamonia 1901 e. V. Bamberg die Patenschaft. Der damalige Vorsitzende Hans Motschenbacher überreichte eine Schützenscheibe mit einem Bildnis von Bamberg. Er tauschte mit dem Vorsitzenden des Jubelvereins das Vereinsabzeichen aus und erhielt als Ehrengabe eine silberne Schale. Pfarrer Fößel sagte in seiner Ansprache beim Festgottesdienst, dass dieser Tag eine Verpflichtung für alle Vereinsmitglieder sei, in treuer Kameradschaft, in brüderlicher Liebe und im echten Christentum zusammen zu stehen.

Mit dem Fest der Fahnenweihe trat die Schützengesellschaft Burgebrach erstmals an die Öffentlichkeit und konnte damit ihr Ansehen bei der Bevölkerung erheblich steigern. Die Festgestaltung und der eindrucksvolle Festzug setzten im Vereinsleben der Marktgemeinde Burgebrach Maßstäbe für die Feste anderer Vereine.

In den vergangenen 50 Jahren sind aus dieser Patenschaft viele Freundschaften zwischen den Mitgliedern beider Vereine entstanden, die auch heute noch gepflegt werden. So gibt es kaum eine Feier in einem der beiden Vereine ohne Beteiligung des anderen Vereins. Für viele Schützen ist es selbstverständlich, dass sie sich bei den jeweiligen Königsproklamationen gegenseitig besuchen. Das ist in unserer stressigen und schnelllebigen Zeit nur möglich, weil die beiden Vereine einfach zusammen passen. Der von den Politikern oft propagierte Slogan „Stadt und Land, Hand in Hand“ wird hier praktiziert.

Es bleibt zu wünschen, dass die Glück- und Segenswünsche bei der Fahnenweihe auf fruchtbaren Boden gefallen sind und der Verein in sportlicher, gesellschaftlicher, christlicher und kameradschaftlicher Hinsicht eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung erfährt.“

Der 1. Vorstand des Patenvereins Hamonia Bamberg bedankte sich bei der Vorstandschaft des Schützenvereins Burgebrach, dass das Patenjubiläum im Schützenhaus Burgebrach gefeiert werden kann. Robert Schrüffer betonte, dass die beiden Vereine auf die 50 Jahre Patenschaft stolz sein können. Es gibt sicher nicht viele Vereine, die dasselbe aufweisen können. Auch er ist der Meinung, das Entstehen der Freundschaften liegt an der guten Chemie und Harmonie zwischen den beiden Vereinen. Das war anscheinend auch vor 50 Jahren so. Zur Chronik ergänzte Robert Schrüffer, ihm sei vom Ehrenschützenmeister seines Vereines, Rudi Biefel, und seiner Frau Resi erzählt worden, dass bei der Fahnenweihe in  Burgebrach die von Otto Pflaum getragene Fahne der Schützengesellschaft Hamonia von den Ehrendamen Resi Biefel, Marga Göller und Anna Marie Reinfelder begleitet wurde. Rudi Biefel berichtete von einem rauschenden Fest, von dem noch lange gesprochen wurde. Robert Schrüffer beschloss seine Rede mit einem dreifach kräftigen „Schützen Heil“.

Die 1. Vorstände der beiden Vereine, Herbert Nitschke und Robert Schrüffer nahmen anschließend die Preisverteilung vor. Bei diesem Wettbewerb mussten die Schützen von Hamonia Bamberg jeweils mit drei Schuss den Teiler von 1875 (Gründungsjahr des Schützenvereins Burgebrach) und die Schützen der ZStG Burgebach den Teiler von 1901 (Gründungsjahr von Hamonia Bamberg) erreichen.

Die Sieger von Hamonia Bamberg:
1. Daniela Motschenbacher            1868,6 Teiler
2. Georg Düll                                1853,6 Teiler
3. Julia Hertrich                             1771,0 Teiler
4. Jürgen Heckmann                      1909,7 Teiler
5. Sonja Hutzler                             2094,9 Teiler

Die Sieger der Schützengesellschaft Burgebrach
1. Florian Schiller                           2081,9 Teiler
2. Oliver Lechner                           2104,7 Teiler
3. Nikolaus Inhofer                        1598,6 Teiler
4. Anna Maria Spörlein                  2369,9 Teiler
5. Claudia Nitschke                        2406,9 Teiler

Herbert Nitschke und Robert Schrüffer brachten abschließend zum Ausdruck, dass die Partnerschaft zwischen den beiden Vereinen weiter so gut gelebt werden möge, und wünschten den Vereinen und ihren Mitgliedern viel Erfolg für die Zukunft. Ehrenvorstand Peter Bayer gab noch einige Anekdoten aus den vergangenen Jahrzehnten zum Besten, und mit dem gemeinsamen Betrachten alter Fotos klang das Fest aus.